How is South Africa?
Das fragt mich mein bester Freund heute per SMS. Uff, was soll ich sagen? Ich glaube es gibt nur "wie ist mein South Africa", denn Muizenberg, der Vorort von Kapstadt an dem ich mich befinde, ist so sehr Kapstadt, und so wenig Afrika. Die weissen Südafrikaner, die ich kenne, eine kleine Mittelschicht von Alternativen, fragen sich das ständig selber. Warum bin ich Afrikaner und trotzdem weiss? Und jeden Tag mindestens einmal begnet ihnen die Hautfarbenkonfrontation. Oder die, der verschiedenen Mentalitäten. Die Xhosa Afrikaner sind so langsam. Die Zulu Afrikaner auch, aber manche überhauptnicht. Die Arabischen Afrikaner sind schlauer, sind Geschäftstüchtiger. Die Nigerianer hier nicht gemocht, weil sie zu geschäftstüchtig sind. Die braunen Cape-Coloured sind so dazwischen. Die weissen sind oft dekadent, ängstlich, eine kleine Bevölkerungsgruppe die viel in der Hand hat. Beängstigend, auch für sie selber.
Ansonsten ist Afrika voller AIDS, Strassenkinder, Drogen. Voller Natur, voller Linksverkehr, voller Systeme, die über den Köpfen der meisten Menschen hinweg funktionieren wollen, aber an den meisten Stellen einfach auseinanderfallen, mag es Stromversorgung, Telefon, Hausrenovierung, Abwasser, Strassenverkehr, Zugverkehr, etc. sein.
Ansonsten ist Afrika verdammt magisch. MAn kann atmen. Aber der Wind macht mich schwindelig in letzter Zeit. Die Natur ist rieseig.
Mehr bald, mein Laptop hat keinen Strom mehr...
Tuesday, November 10, 2009
Sunday, November 08, 2009
Ein Versuch...ein Tagebuch...Tag Zwei
Der Zweite Tag, 7. November 2009
Der Himmel über der Küstenbergketten verspricht Regen aus tiefhöngenden schweren Kumuluswolken. Aber bis wir aufgestanden sind und auf dem Weg auf den Samstagsmarkt an der alten Keksmühle (The Old Biscuit Mill) bleibt es noch trocken. Im Zug begegnet uns Afrika, dort fährt die Unterschicht zur Arbeit, und wir waren fast die einzigen weissen im ganzen Zug. Hier ist es zu spüren, dass verschiedene Welten herrschen. Ein blindes Päärchen spielt Gitarre und singt von Gott und den schweren Sünden, die sie begangen haben, wir geben ihnen Kleingeld. Später kommt ein Prediger ins Abteil und brüllt uns aus der Bibel vor. Unangenehm, aber irgendwie beeindruckend. Hören die Menschen ihm zu, oder schalten sie ab? Spricht er von ihrer Realität? Kein Sex vor der Ehe, liebe Deinen Nachbarn, egal welche Hautfarbe? Ein interessanter Mix, und manches trifft sogar für mich zu, ich will auch Menschen gleich respektieren, egal welche Hautfarbe sie haben, aber das mit der Ehe finde ich absurd und veraltet. Ist es hier in Afrika wie beim Domino, hier und da passen die weissen Punkte aneinander, man passt an der einen Stelle zusammen, gleicht sich, obwohl man an anderen wirklich gegensätzlich ist...?
Auf dem Bahnsteig findet noch eine interessante kleine Szene statt:
Ein schwarzer Rasenmäher findet hinter dem Bahnhofszaun eine Glasflasche, gibt sie einem weissen Wartenden, der sie in die Mülltonne entsorgt. Kurz darauf steht auf dem anderen Bahnsteig ein schwarzer Bettler und sucht in den Mülleimern nach Brauchbarem. Der weisse Wartende holt auf seiner Seite die Flasche wieder aus dem Müll und wirft sie dem schwarzen Bettler über die Gleise zu, der fängt sie und bedankt sich.
Auf dem Markt wird Wein getestet, Kaffee probiert, Pesto, Chorizo, frisch gesafteter Frucht-Gemüse mix getrunken, als auch das Wasser der Kokosnuss genossen. Agua di Coco kenne ich aus Brasilien, andere kennen es aus Madagaskar, die nächsten aus Mosambique. Jeder erinnert sich an eine beeindruckende und berührende Reise, während er von einem Mosambiquer und einem Südafrikaner die Kokosnuss, noch grün, frich mit einer Machete aufgehackt und mit Strohhalm, bekommt. Für 20 Rand. Eine Flüssigkeit ohne gleichen. Reich voller Vitamine und Enzyme und ganz ohne Cholesterol. Gleicht von der Zusammensetzung her sehr unserem Blut, weshalb es im Jungel so manchem Soldaten bei Blutverlust zugefügt wurde. Es hilft sehr gegen „Babbelaas“, das ist das Afrikaanerwort für Kater. Es ist ein durstlöschendes milchig weisses Vergnügen, und auch das Trinkgefäss ist gut, man fühlt sich besonders, wenn man zwischen all den Sekttrinkenden oder aus Plastikbechern trinkenden Menschen mit einer Fussball grossen grünen Unförmigkeit von Kokosnuss mit Strohhalm herumläuft und sich gleichzeitig dabei noch etwas unwahrscheinlich Gutes tut.
Zwei Weinmacher verführen uns zum Kaufe, einmal weisser Chenin Blanc mit einer wunderbaren Männlichkeit wie ich es nenne (die Frau die ihn herstellt ist die Weinmacherin des Jahres 2008...so schliessen wir daraus, dass Frauen einen männlichen Wein und vice versa herstellen, und dass das auch beim Parfum so sei, da Frauen das Parfum an ihren Männern riechen wollen, und an sich selbst, für ihre Männer aufgetragen) eine rauchige Samtnote und leicht an mein Männerparfum erinnernd, sowie ein roter Shiraz, der ganz die Färbung des Eichholzfasses trägt und mit dem 2006 Jahrgang schon reif genug scheint.
Die Kaffeerösterei im neueren Komplex an der alten Keksmühle sticht in schwarz weiss heraus. Die Bedienung ist schwedisch und trägt typisch Stockholm eine riesen Brille (natürlich RayBan). Der Kaffee ist eine leichte Röstung, verschiedener Herkunft. Selbst geröstet. Es duftet im Raum nach dem guten, jedoch beim ersten Schluck müssen wir uns erst umgewöhnen. Zu tief sitzt die Basler Gewohnheit des italienischen Espressos. Dieser hier schmeckt durch und durch zu sauer, jedoch ist es die Absicht der Röster. So müssen wir uns dem anpassen und schmecken weiter. Mmhh, Säure kann auch interessant sein. Und der Kaffee schmeckt sich in eienr ganz anderen Region im Gaumen. Trotz Milch in Latte oder Cappucinoform. Es erinnert mich an Chilli. Ich füge meinem Espresso mehr und mehr Zucker zu und es wird Würziger. Eine Säure und eine Würze. Süss wird er nicht, auch nach drei Löffeln Zucker. Am Nachmittag kommen wir nocheinmal in das kleine „Espressolab“ und der Kaffee schmeckt besser. Wir haben uns ein Stückchen angenähert und den Latte aus Basel, den gewohnten, losgelassen.
Morgen gehen wir weitere Cafes die Küste entlang ausprobieren. Vielleicht findet sich der ein oder andere gute Espresso...
Der Abend verlief ruhig, mit Brainstorming zum eigen Cafe in Basel, mit Träumereien und mit einer DVD von Jamie Oliver. Ich muss zugeben, es war das erste Mal, dass ich etwas von ihm auf dem Bildschirm sah, und ich war unangenehmer Weise sogar begeistert. Bin es immer noch. Peinlich? Naja, vielleicht ist es nur eine Phase...
Ausserdem wurde klar dass unser Cafe in Basel etwas besonderes wird. Das besondere daran sind wir, Jessia und ich, die wir eine „etwas exotische Afrikanische Note mit etwas deutscher Intuition“ zusammenbringen, und so etwas besonderes sind. „We are the Magic of our Business“. Und beim Abendessen kochen gab ich meine enge VErbindung zu Zitronen und Chilli zu. Lemons and Chilli. Ein Name für ein Cafe? Chili&Lemon? Mal sehen.
Der Himmel über der Küstenbergketten verspricht Regen aus tiefhöngenden schweren Kumuluswolken. Aber bis wir aufgestanden sind und auf dem Weg auf den Samstagsmarkt an der alten Keksmühle (The Old Biscuit Mill) bleibt es noch trocken. Im Zug begegnet uns Afrika, dort fährt die Unterschicht zur Arbeit, und wir waren fast die einzigen weissen im ganzen Zug. Hier ist es zu spüren, dass verschiedene Welten herrschen. Ein blindes Päärchen spielt Gitarre und singt von Gott und den schweren Sünden, die sie begangen haben, wir geben ihnen Kleingeld. Später kommt ein Prediger ins Abteil und brüllt uns aus der Bibel vor. Unangenehm, aber irgendwie beeindruckend. Hören die Menschen ihm zu, oder schalten sie ab? Spricht er von ihrer Realität? Kein Sex vor der Ehe, liebe Deinen Nachbarn, egal welche Hautfarbe? Ein interessanter Mix, und manches trifft sogar für mich zu, ich will auch Menschen gleich respektieren, egal welche Hautfarbe sie haben, aber das mit der Ehe finde ich absurd und veraltet. Ist es hier in Afrika wie beim Domino, hier und da passen die weissen Punkte aneinander, man passt an der einen Stelle zusammen, gleicht sich, obwohl man an anderen wirklich gegensätzlich ist...?
Auf dem Bahnsteig findet noch eine interessante kleine Szene statt:
Ein schwarzer Rasenmäher findet hinter dem Bahnhofszaun eine Glasflasche, gibt sie einem weissen Wartenden, der sie in die Mülltonne entsorgt. Kurz darauf steht auf dem anderen Bahnsteig ein schwarzer Bettler und sucht in den Mülleimern nach Brauchbarem. Der weisse Wartende holt auf seiner Seite die Flasche wieder aus dem Müll und wirft sie dem schwarzen Bettler über die Gleise zu, der fängt sie und bedankt sich.
Auf dem Markt wird Wein getestet, Kaffee probiert, Pesto, Chorizo, frisch gesafteter Frucht-Gemüse mix getrunken, als auch das Wasser der Kokosnuss genossen. Agua di Coco kenne ich aus Brasilien, andere kennen es aus Madagaskar, die nächsten aus Mosambique. Jeder erinnert sich an eine beeindruckende und berührende Reise, während er von einem Mosambiquer und einem Südafrikaner die Kokosnuss, noch grün, frich mit einer Machete aufgehackt und mit Strohhalm, bekommt. Für 20 Rand. Eine Flüssigkeit ohne gleichen. Reich voller Vitamine und Enzyme und ganz ohne Cholesterol. Gleicht von der Zusammensetzung her sehr unserem Blut, weshalb es im Jungel so manchem Soldaten bei Blutverlust zugefügt wurde. Es hilft sehr gegen „Babbelaas“, das ist das Afrikaanerwort für Kater. Es ist ein durstlöschendes milchig weisses Vergnügen, und auch das Trinkgefäss ist gut, man fühlt sich besonders, wenn man zwischen all den Sekttrinkenden oder aus Plastikbechern trinkenden Menschen mit einer Fussball grossen grünen Unförmigkeit von Kokosnuss mit Strohhalm herumläuft und sich gleichzeitig dabei noch etwas unwahrscheinlich Gutes tut.
Zwei Weinmacher verführen uns zum Kaufe, einmal weisser Chenin Blanc mit einer wunderbaren Männlichkeit wie ich es nenne (die Frau die ihn herstellt ist die Weinmacherin des Jahres 2008...so schliessen wir daraus, dass Frauen einen männlichen Wein und vice versa herstellen, und dass das auch beim Parfum so sei, da Frauen das Parfum an ihren Männern riechen wollen, und an sich selbst, für ihre Männer aufgetragen) eine rauchige Samtnote und leicht an mein Männerparfum erinnernd, sowie ein roter Shiraz, der ganz die Färbung des Eichholzfasses trägt und mit dem 2006 Jahrgang schon reif genug scheint.
Die Kaffeerösterei im neueren Komplex an der alten Keksmühle sticht in schwarz weiss heraus. Die Bedienung ist schwedisch und trägt typisch Stockholm eine riesen Brille (natürlich RayBan). Der Kaffee ist eine leichte Röstung, verschiedener Herkunft. Selbst geröstet. Es duftet im Raum nach dem guten, jedoch beim ersten Schluck müssen wir uns erst umgewöhnen. Zu tief sitzt die Basler Gewohnheit des italienischen Espressos. Dieser hier schmeckt durch und durch zu sauer, jedoch ist es die Absicht der Röster. So müssen wir uns dem anpassen und schmecken weiter. Mmhh, Säure kann auch interessant sein. Und der Kaffee schmeckt sich in eienr ganz anderen Region im Gaumen. Trotz Milch in Latte oder Cappucinoform. Es erinnert mich an Chilli. Ich füge meinem Espresso mehr und mehr Zucker zu und es wird Würziger. Eine Säure und eine Würze. Süss wird er nicht, auch nach drei Löffeln Zucker. Am Nachmittag kommen wir nocheinmal in das kleine „Espressolab“ und der Kaffee schmeckt besser. Wir haben uns ein Stückchen angenähert und den Latte aus Basel, den gewohnten, losgelassen.
Morgen gehen wir weitere Cafes die Küste entlang ausprobieren. Vielleicht findet sich der ein oder andere gute Espresso...
Der Abend verlief ruhig, mit Brainstorming zum eigen Cafe in Basel, mit Träumereien und mit einer DVD von Jamie Oliver. Ich muss zugeben, es war das erste Mal, dass ich etwas von ihm auf dem Bildschirm sah, und ich war unangenehmer Weise sogar begeistert. Bin es immer noch. Peinlich? Naja, vielleicht ist es nur eine Phase...
Ausserdem wurde klar dass unser Cafe in Basel etwas besonderes wird. Das besondere daran sind wir, Jessia und ich, die wir eine „etwas exotische Afrikanische Note mit etwas deutscher Intuition“ zusammenbringen, und so etwas besonderes sind. „We are the Magic of our Business“. Und beim Abendessen kochen gab ich meine enge VErbindung zu Zitronen und Chilli zu. Lemons and Chilli. Ein Name für ein Cafe? Chili&Lemon? Mal sehen.
Ein Versuch...ein Tagebuch...Tag Eins
Tag Eins. Freitag, 6. November.
Vom International Airport of Cape Town ging es per Mini-Golf, dem typischen kapstädtischen Studentenauto der A4 nach, die über die gesamte Kaphalbinsel führt. Vorbei an Wellblechhütten und Plakaten, die ein würdigeres Leben zur Zeit der FIFA Weltmeisterschaft in 2010 versprechen...ein Witz, sagen die Kapstädter.
Ankommen dann in Muizenberg, einem kleinen Küstenort in der False Bay, der falschen Bucht - der Bucht vor der grossen Bucht wo in Kolonialzeiten der Anlegepunkt der Schiffe aus Fernost war, also der Bucht vor der, die das Ziel der Seemänner war.
False Bay ist eine Bucht voller kleiner Orte die sich im Wettbewerb um den besten Lifestyle befinden. Simonstown, noch sehr verschlafen, ganz am Zipfel der Kaphalbinsel, aufzuweisen den Boulders Beach, einen Strand voller riesiger rundgeschliffener Felsen, die Heimat der Kap-Pingiune. Fishhoek, die kleine Stadt für Grossmütterchen, die ansonsten nicht viel zu bieten hat, Kalk Bay, ein Laden im kubanisch, lateinamerikanischem Romatik-Chique nach dem anderen, alle einer Familie gehörend...aber zwischendurch immer wieder der ein oder andere originelle Laden, zum Beispiel der Buchladen, an dem wir am ersten Abend zufällig in eine Buch-Vernissage geraten, wo guter Kapwein und himmlischer Schokoladenkuchen zwischen Bücherregalen voller interessanter „Leben in Argentinien“ oder „Besondere Cuisine von überall her“ Bücher gereicht wird, alles auf‘s Haus, versteht sich...
Dann Muizenberg, wo ich nun für zwei Wochen bei meiner ehemaligen Gastfamilie wohne. Die Mutter, Penny, hat einen Bioladen „Organics Alive“ im neuen „Muizenberg Village“, welches aus ein paar Strassen mit bunten, typischen Kap-Häusern kurz neben dem Strand besteht. Man könnte es mediterran nennen. Verschachtelte Wohnhäuser, in Terrakotta, mit kleinen ummauerten Hinterhöfen, Hibiskusbüschen, Treppen zu den Haustüren, vom Seewind gebeugte Bäumchen und überall ein wenig Sand. Hier ein Yogastudio, dort ein Internet Cafe, und eine Bäckerei, die aus einem Schaufenster, einer roten Theke auf 2 Quadratmetern, einer Kolbenkaffeemaschiene, einem Backofen und einem kleinen Hinterhof besteht. Ein muss, am Montagmorgen, ab 8.30 geöffnet, schon fest im Plan!
Organics Alive ist Treffpunkt für die Muizenberg „Lohas“. Sie glauben an „Lifestyle Of Health And Sustainability“ und essen nachhaltig, schoppen grün, leben so bewusst wie sie können. Ein rustikaler Laden, lokale Bauern liefern die Produkte, interessante Menschen kommen vorbei, es ist Raum für Gespräch und man bekommt Kaffee: stark, aus der ebenso rustikalen Espressokanne (french Press) auf einem Zuckergelkocher erhitzt, da das Gas grad aus ist. Ein Business, dass sich auf genauso viel harter Arbeit wie auch guter Intuition, auf Authentizität und Menschlichkeit aufgebaut hat. Penny, die Besitzerin, auch Yogalehrerin, hat trotz sorgenvollen Zeiten und viel Arbeit ihren Humor und Schalk nie verloren.
Der Laden ist gemütlich, alte Bauernmöbel, ein Buffet am Mittag aus saisonalen Zutaten, immer frisch vom Bauern, alles grade eben und per Hand angerichtet.
Vom International Airport of Cape Town ging es per Mini-Golf, dem typischen kapstädtischen Studentenauto der A4 nach, die über die gesamte Kaphalbinsel führt. Vorbei an Wellblechhütten und Plakaten, die ein würdigeres Leben zur Zeit der FIFA Weltmeisterschaft in 2010 versprechen...ein Witz, sagen die Kapstädter.
Ankommen dann in Muizenberg, einem kleinen Küstenort in der False Bay, der falschen Bucht - der Bucht vor der grossen Bucht wo in Kolonialzeiten der Anlegepunkt der Schiffe aus Fernost war, also der Bucht vor der, die das Ziel der Seemänner war.
False Bay ist eine Bucht voller kleiner Orte die sich im Wettbewerb um den besten Lifestyle befinden. Simonstown, noch sehr verschlafen, ganz am Zipfel der Kaphalbinsel, aufzuweisen den Boulders Beach, einen Strand voller riesiger rundgeschliffener Felsen, die Heimat der Kap-Pingiune. Fishhoek, die kleine Stadt für Grossmütterchen, die ansonsten nicht viel zu bieten hat, Kalk Bay, ein Laden im kubanisch, lateinamerikanischem Romatik-Chique nach dem anderen, alle einer Familie gehörend...aber zwischendurch immer wieder der ein oder andere originelle Laden, zum Beispiel der Buchladen, an dem wir am ersten Abend zufällig in eine Buch-Vernissage geraten, wo guter Kapwein und himmlischer Schokoladenkuchen zwischen Bücherregalen voller interessanter „Leben in Argentinien“ oder „Besondere Cuisine von überall her“ Bücher gereicht wird, alles auf‘s Haus, versteht sich...
Dann Muizenberg, wo ich nun für zwei Wochen bei meiner ehemaligen Gastfamilie wohne. Die Mutter, Penny, hat einen Bioladen „Organics Alive“ im neuen „Muizenberg Village“, welches aus ein paar Strassen mit bunten, typischen Kap-Häusern kurz neben dem Strand besteht. Man könnte es mediterran nennen. Verschachtelte Wohnhäuser, in Terrakotta, mit kleinen ummauerten Hinterhöfen, Hibiskusbüschen, Treppen zu den Haustüren, vom Seewind gebeugte Bäumchen und überall ein wenig Sand. Hier ein Yogastudio, dort ein Internet Cafe, und eine Bäckerei, die aus einem Schaufenster, einer roten Theke auf 2 Quadratmetern, einer Kolbenkaffeemaschiene, einem Backofen und einem kleinen Hinterhof besteht. Ein muss, am Montagmorgen, ab 8.30 geöffnet, schon fest im Plan!
Organics Alive ist Treffpunkt für die Muizenberg „Lohas“. Sie glauben an „Lifestyle Of Health And Sustainability“ und essen nachhaltig, schoppen grün, leben so bewusst wie sie können. Ein rustikaler Laden, lokale Bauern liefern die Produkte, interessante Menschen kommen vorbei, es ist Raum für Gespräch und man bekommt Kaffee: stark, aus der ebenso rustikalen Espressokanne (french Press) auf einem Zuckergelkocher erhitzt, da das Gas grad aus ist. Ein Business, dass sich auf genauso viel harter Arbeit wie auch guter Intuition, auf Authentizität und Menschlichkeit aufgebaut hat. Penny, die Besitzerin, auch Yogalehrerin, hat trotz sorgenvollen Zeiten und viel Arbeit ihren Humor und Schalk nie verloren.
Der Laden ist gemütlich, alte Bauernmöbel, ein Buffet am Mittag aus saisonalen Zutaten, immer frisch vom Bauern, alles grade eben und per Hand angerichtet.
Thursday, November 05, 2009
Here I am, ready to fly around the world...
Auf dem Weg nach Südafrika nach einem tollen Kaffeemorgen mit vielen Freundschaftsmomenten. Es ist gut, weg zu fahren, schreibe ich nachher in mein Tagebuch. Alles wird purer, intensiver, Freundschaften tiefer, hier noch schnell die Geste, die ich Dir schon immer mal zeigen wollte...plötzlich habe wir kurz aber wirklich Zeit füreinander, wir Menschen...hier eine Frage, die schon immer mal gestellt werden wollte...und wirkliches Interesse aneinander.
Als gäbe es kein Morgen, öffnen sich die Herzen und wir sind Menschen miteinander. Das Morgen kommt natürlich, in 2,5 Wochen und wird auch wunderbar, aber das, was heute früh vor der Abreise war, war besonders. Weil kurz vor dem Weggehen eines Menschen die Weggehwünsche der anderen auch wach werden. Einer geht und andere träumen wieder. Träumen vom Gehen oder vom Bleiben, aber die Hauptsache ist, dass diese kleine Veränderung wenn einer weggeht die anderen für einen Moment zum träumen bringt. Und das Träumen in sich ist wie eine Reise. Auch wenn man da bleibt. Das ist wichtig und schön.
Ich träume auch. Auf dem Weg wird alles unwirklich und irgendwie wirklicher. Man befolgt die nötigen Regeln und befindet sich in einer Anonymität die auch das Träumen zulässt. Ich kann träumen was ich will, sein wer ich bin oder sein will, denn keiner weiss wer ich bin! Freiraum! Reisefreiraum. Freitraum.
Liebe Grüsse an euch, die ihr Zuhause seid, und mir das Träumen ermöglicht!
Danke und bis bald!
Auf dem Weg nach Südafrika nach einem tollen Kaffeemorgen mit vielen Freundschaftsmomenten. Es ist gut, weg zu fahren, schreibe ich nachher in mein Tagebuch. Alles wird purer, intensiver, Freundschaften tiefer, hier noch schnell die Geste, die ich Dir schon immer mal zeigen wollte...plötzlich habe wir kurz aber wirklich Zeit füreinander, wir Menschen...hier eine Frage, die schon immer mal gestellt werden wollte...und wirkliches Interesse aneinander.
Als gäbe es kein Morgen, öffnen sich die Herzen und wir sind Menschen miteinander. Das Morgen kommt natürlich, in 2,5 Wochen und wird auch wunderbar, aber das, was heute früh vor der Abreise war, war besonders. Weil kurz vor dem Weggehen eines Menschen die Weggehwünsche der anderen auch wach werden. Einer geht und andere träumen wieder. Träumen vom Gehen oder vom Bleiben, aber die Hauptsache ist, dass diese kleine Veränderung wenn einer weggeht die anderen für einen Moment zum träumen bringt. Und das Träumen in sich ist wie eine Reise. Auch wenn man da bleibt. Das ist wichtig und schön.
Ich träume auch. Auf dem Weg wird alles unwirklich und irgendwie wirklicher. Man befolgt die nötigen Regeln und befindet sich in einer Anonymität die auch das Träumen zulässt. Ich kann träumen was ich will, sein wer ich bin oder sein will, denn keiner weiss wer ich bin! Freiraum! Reisefreiraum. Freitraum.
Liebe Grüsse an euch, die ihr Zuhause seid, und mir das Träumen ermöglicht!
Danke und bis bald!
Friday, October 30, 2009
Vom allein Sein.
Nun bin ich es aber auch nicht mehr.
Obwohl ich dann allein in mein Bett steige und allein einschlafe. Das hat durchaus Gutes. Niemand riecht es, wenn ich furze. Aber gern hätte ich Gesellschaft.
Ich bin mir so sicher dass ich weiss wer ich bin wenn ich allein in einer Menschenmenge stehe und niemanden kenne. Ich bin mir sicher ich weiss wer ich bin, wenn ich allein am Rheinufer spaziere und die Bäume und der Himmel und der Fluss sind ganz die meinen. Ich bin allein mir sicher. Und dann kommst Du. Und ich bin ganz jemand anders. Ich werde warm innerlich und kalt an den Füssen, bekomme rote Backen und mein Herz schlägt.
und das Alleinsein wird zur Qual. Und ich vergesse wer ich bin. Ich löse mich auf und brauche Dein Wort um zu wissen wer ich bin. Brauche Deine Liebe um zu lieben, brauche Deine Schulter um halten zu können, brauche Dich um mich zu finden. Du bist der einzige, der das in mir auslöst. Ich brauche die Menschen um mich aber in der Begegnung mit ihnen werde ich definiert. In der Begegnung mit Dir definierst Du mich. Ohne Dich kann ich gut entscheiden, aber mit Dir kann ich mich nur für Dich entscheiden.
Am besten sitzte ich einfach still da wenn Du vorbeiläufst und bleibe allein, und warte.
Nun bin ich es aber auch nicht mehr.
Obwohl ich dann allein in mein Bett steige und allein einschlafe. Das hat durchaus Gutes. Niemand riecht es, wenn ich furze. Aber gern hätte ich Gesellschaft.
Ich bin mir so sicher dass ich weiss wer ich bin wenn ich allein in einer Menschenmenge stehe und niemanden kenne. Ich bin mir sicher ich weiss wer ich bin, wenn ich allein am Rheinufer spaziere und die Bäume und der Himmel und der Fluss sind ganz die meinen. Ich bin allein mir sicher. Und dann kommst Du. Und ich bin ganz jemand anders. Ich werde warm innerlich und kalt an den Füssen, bekomme rote Backen und mein Herz schlägt.
und das Alleinsein wird zur Qual. Und ich vergesse wer ich bin. Ich löse mich auf und brauche Dein Wort um zu wissen wer ich bin. Brauche Deine Liebe um zu lieben, brauche Deine Schulter um halten zu können, brauche Dich um mich zu finden. Du bist der einzige, der das in mir auslöst. Ich brauche die Menschen um mich aber in der Begegnung mit ihnen werde ich definiert. In der Begegnung mit Dir definierst Du mich. Ohne Dich kann ich gut entscheiden, aber mit Dir kann ich mich nur für Dich entscheiden.
Am besten sitzte ich einfach still da wenn Du vorbeiläufst und bleibe allein, und warte.
Friday, October 02, 2009
OH YEAH!
Ich glaube die Sterne sagen dass die stressige Zeit vorbei ist!
Sagittarius
(November 22-December 22)
Here is a brief summary of 2009 for you: The year started and built to an early peak with events that demonstrated both how good and how challenging life could be. There were many times when you felt like it was all too much, and yet the sense that you could create something absolutely new and innovative with your life went off like fireworks. To the extent that there were challenges, those only fueled your determination to live well in the time and space you are allotted on this Earth. Then somehow many things that had such incredible potential seemed to go into reverse. Certain things hit frustrating delays and others seemed to vanish like smoke, leaving you to wonder whether you had made any progress at all. Somehow your mind is changing about this. You may not be able to document new progress, but the backsliding has stopped, for one thing, and for another, you are starting to feel like you can make some choices that put you back on track. October brings the tipping point; it is the threshold where you regain your confidence in yourself. It is easy to say “All things in their time,” but it takes wisdom and experience to see and feel this in action. All things in their time—and that time has very nearly arrived.
Thank you, thank you thank you!
Ich glaube die Sterne sagen dass die stressige Zeit vorbei ist!
Sagittarius
(November 22-December 22)
Here is a brief summary of 2009 for you: The year started and built to an early peak with events that demonstrated both how good and how challenging life could be. There were many times when you felt like it was all too much, and yet the sense that you could create something absolutely new and innovative with your life went off like fireworks. To the extent that there were challenges, those only fueled your determination to live well in the time and space you are allotted on this Earth. Then somehow many things that had such incredible potential seemed to go into reverse. Certain things hit frustrating delays and others seemed to vanish like smoke, leaving you to wonder whether you had made any progress at all. Somehow your mind is changing about this. You may not be able to document new progress, but the backsliding has stopped, for one thing, and for another, you are starting to feel like you can make some choices that put you back on track. October brings the tipping point; it is the threshold where you regain your confidence in yourself. It is easy to say “All things in their time,” but it takes wisdom and experience to see and feel this in action. All things in their time—and that time has very nearly arrived.
Thank you, thank you thank you!
Wednesday, September 30, 2009
Dies ist mein 150. Post. Wow. Nicht schlecht, oder?
Dieser ist auch nur ein Nachtrag. Ich habe nun mit den Chefs, die ich im letzten Post beklage, gesprochen, ein langes, ausführliches, tränenreiches (meinerseits), auch etwas aufklärendes, Verletzungen erkennendes, Schuld zuweisendes, Gespräch. Mit meinem Chef 1 und Exfreund und mit dem Chef 2. Es ist so vieles vermischt in dem ganzen, all der Druck, der sich aufbaut, wenn man dem Chef 1 gegenüber versucht Mitarbeiterin zu sein, es aber innerlich von Exfreundinseiten her drückt...und immer wieder der vergebliche Versuch, das ganze zu trennen, Arbeit und Beziehung zu trennen. Unmöglich. Wie der Chef 3 früher gerne schon mal sagte (er kennt unsere Kämpfe schon aus der Vergangneheit): Art is Work is Love is Art, oder Work is Art is Love is Work. Der Chef 3 hat sich kürzlich dann von seiner Frau getrennt. So weit so gut...wenn ich die Fakten, wie sie sind, in Betracht ziehe, dann kann ich nicht mehr ungetan und unerlebt machen, was ChefExfreun und ich miteinander an Geschichte haben, da gibt es nur das nach vorne. Entweder weg, oder einfach weiter. As best as we can!
Ich habe erfahren im oben genannten Gespräch, dass sie mich eigentlich gut fanden, in der Küche. Und kann es schwer glauben. Ich habe auch erfahren, dass ich einen Charakterfehler habe, aus Verletzungen Macht zu kreieren. Bin ich k.o., bin ich in dei Ecke gedrängt, bin ich in Angst oder Verletzt, kommen meine Krallen, aber hinten herum. Dann verdrehe ich scheinbar Realitäten, projeziere Stimmungen auf andere, verstehe falsch und fälle falsche Urteile. Um die Macht zu behalten. Uff. Wie wird man so was los? Machttendenzen aber auch übertriebene Selbstkritik, Arroganz, Egoismus. All das stellt mein Mitmensch in mir fest.
Wie soll ich da jegliches Lob glauben?
Und Selbstbewusstsein und Demut üben?
Je ne sais pas!
Dieser ist auch nur ein Nachtrag. Ich habe nun mit den Chefs, die ich im letzten Post beklage, gesprochen, ein langes, ausführliches, tränenreiches (meinerseits), auch etwas aufklärendes, Verletzungen erkennendes, Schuld zuweisendes, Gespräch. Mit meinem Chef 1 und Exfreund und mit dem Chef 2. Es ist so vieles vermischt in dem ganzen, all der Druck, der sich aufbaut, wenn man dem Chef 1 gegenüber versucht Mitarbeiterin zu sein, es aber innerlich von Exfreundinseiten her drückt...und immer wieder der vergebliche Versuch, das ganze zu trennen, Arbeit und Beziehung zu trennen. Unmöglich. Wie der Chef 3 früher gerne schon mal sagte (er kennt unsere Kämpfe schon aus der Vergangneheit): Art is Work is Love is Art, oder Work is Art is Love is Work. Der Chef 3 hat sich kürzlich dann von seiner Frau getrennt. So weit so gut...wenn ich die Fakten, wie sie sind, in Betracht ziehe, dann kann ich nicht mehr ungetan und unerlebt machen, was ChefExfreun und ich miteinander an Geschichte haben, da gibt es nur das nach vorne. Entweder weg, oder einfach weiter. As best as we can!
Ich habe erfahren im oben genannten Gespräch, dass sie mich eigentlich gut fanden, in der Küche. Und kann es schwer glauben. Ich habe auch erfahren, dass ich einen Charakterfehler habe, aus Verletzungen Macht zu kreieren. Bin ich k.o., bin ich in dei Ecke gedrängt, bin ich in Angst oder Verletzt, kommen meine Krallen, aber hinten herum. Dann verdrehe ich scheinbar Realitäten, projeziere Stimmungen auf andere, verstehe falsch und fälle falsche Urteile. Um die Macht zu behalten. Uff. Wie wird man so was los? Machttendenzen aber auch übertriebene Selbstkritik, Arroganz, Egoismus. All das stellt mein Mitmensch in mir fest.
Wie soll ich da jegliches Lob glauben?
Und Selbstbewusstsein und Demut üben?
Je ne sais pas!
Tuesday, September 29, 2009
Die Ruhe des Septembers trat am 28. September ein.
Nachdem ich mich zwei Wochen lang daran überarbeitet hatte, in der Mitte die Cantina zu schmeissen, am Wochenende noch Schichten abzuarbeiten, und insgesamt 4 Wochen lang keinen einzigen freien Tag zu haben (weil ich unteranderem beim Fussballtournier der mitte dabei war, für die Herren buk und sie unterstütze mit Gebrüll); nachdem ich zum Ende der Cantina Zeit hin mehrere Male vergeblich versucht hatte, zu verstehen, warum es mich so sehr auslaugt in der Cantina, und auch den Versuch, mal mit den Chefs darüber zu sprechen, was nicht richtig läuft, aufgegeben hatte...danach habe ich einfach nachgegeben, aufgegeben, meine Kräftelosigkeit zugelassen und mich fallen lassen.
Ich habe erneutes Arbeiten in der Küche in der nächsten Woche erstmal verneint, abgesagt, gesagt dass ich Frei brauche. Ich habe aber auch angeboten, dass, mit dem richitgen Vorlauf, Planungs/Vorbereitungszeit, mit der Unterstützung der Chefs (innerlich, wohlgemerkt), dass ich es mit solchen Voraussetzungen nochmal versuchen würde. Aber die Chefs haben keine Zeit für solche Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter, sodass ich nun also frei habe. Gleich zwei Wochen, da sie kurzerhand entschlossen haben, die Cantina 2 Wochen lang zuzubehalten. Das habe ich dann erfahren als ein Poster aufgehängt wurde. Das bedeutet natürlich auch, dass ich nächste Woche, in der zweiten Woche, auch frei habe. Bzw. keine Schichten. Also keine Stunden, also keine Kohle. Ups, da haben die Chefs wohl mal wieder vergessen, dass ich auch Bedürfnisse habe. Was ist hier los???? Und heute früh sprach ich einen Chef darauf an, und er hatte nichts besseres zu sagen als "Du kannst mich mal".
Mir gehts aber gut. Ich habe frei und komme langsam wieder zu mir. Bin übers Wochenende nun auch noch Single geworden, und sehe mich einen neuen Raum betreten, mmhh, so neu nicht, denn letzten Herbst betrat ich auch einen solchen. Diesen Herbst jedoch betrete ich diesen Raum ganz allein. Nur mit mir. Das wird gut. Ich kann wieder atmen. Ich kann bei mir sein, ich kann tanzen, ich kann den Herbst geniessen! In Ruhe!
Das Wort für den Oktober ist Weisheit. Uff. Noch so ein schweres Wort. Ich bin mal gespannt, werde ich der Weisheit begegnen, sie mir? Werde ich sie in mir finden oder in anderen Menschen? Am 19.Oktober fängt mein Backpackers-Kurs in der Jugendektion an, ein Kurs, um mich meinen Fragen an das Leben zu widmen. Ich werde Gespräche führen, ich werde malen, ich werde schreiben, tanzen, kochen und mich meiner Kreativität widmen. Möge der Herbst kommen, mit allen Schönheiten und Schweren...Ich bin bereit!
Nachdem ich mich zwei Wochen lang daran überarbeitet hatte, in der Mitte die Cantina zu schmeissen, am Wochenende noch Schichten abzuarbeiten, und insgesamt 4 Wochen lang keinen einzigen freien Tag zu haben (weil ich unteranderem beim Fussballtournier der mitte dabei war, für die Herren buk und sie unterstütze mit Gebrüll); nachdem ich zum Ende der Cantina Zeit hin mehrere Male vergeblich versucht hatte, zu verstehen, warum es mich so sehr auslaugt in der Cantina, und auch den Versuch, mal mit den Chefs darüber zu sprechen, was nicht richtig läuft, aufgegeben hatte...danach habe ich einfach nachgegeben, aufgegeben, meine Kräftelosigkeit zugelassen und mich fallen lassen.
Ich habe erneutes Arbeiten in der Küche in der nächsten Woche erstmal verneint, abgesagt, gesagt dass ich Frei brauche. Ich habe aber auch angeboten, dass, mit dem richitgen Vorlauf, Planungs/Vorbereitungszeit, mit der Unterstützung der Chefs (innerlich, wohlgemerkt), dass ich es mit solchen Voraussetzungen nochmal versuchen würde. Aber die Chefs haben keine Zeit für solche Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter, sodass ich nun also frei habe. Gleich zwei Wochen, da sie kurzerhand entschlossen haben, die Cantina 2 Wochen lang zuzubehalten. Das habe ich dann erfahren als ein Poster aufgehängt wurde. Das bedeutet natürlich auch, dass ich nächste Woche, in der zweiten Woche, auch frei habe. Bzw. keine Schichten. Also keine Stunden, also keine Kohle. Ups, da haben die Chefs wohl mal wieder vergessen, dass ich auch Bedürfnisse habe. Was ist hier los???? Und heute früh sprach ich einen Chef darauf an, und er hatte nichts besseres zu sagen als "Du kannst mich mal".
Mir gehts aber gut. Ich habe frei und komme langsam wieder zu mir. Bin übers Wochenende nun auch noch Single geworden, und sehe mich einen neuen Raum betreten, mmhh, so neu nicht, denn letzten Herbst betrat ich auch einen solchen. Diesen Herbst jedoch betrete ich diesen Raum ganz allein. Nur mit mir. Das wird gut. Ich kann wieder atmen. Ich kann bei mir sein, ich kann tanzen, ich kann den Herbst geniessen! In Ruhe!
Das Wort für den Oktober ist Weisheit. Uff. Noch so ein schweres Wort. Ich bin mal gespannt, werde ich der Weisheit begegnen, sie mir? Werde ich sie in mir finden oder in anderen Menschen? Am 19.Oktober fängt mein Backpackers-Kurs in der Jugendektion an, ein Kurs, um mich meinen Fragen an das Leben zu widmen. Ich werde Gespräche führen, ich werde malen, ich werde schreiben, tanzen, kochen und mich meiner Kreativität widmen. Möge der Herbst kommen, mit allen Schönheiten und Schweren...Ich bin bereit!
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